Kompetenzen im Wandel: Institutionalisierungsstrategie zum Download
- Jonas Meyer
- 13. Juli
- 3 Min. Lesezeit
Wie Bildungsangebote für und mit Menschen in der nachberuflichen Lebensphase dauerhaft verankert werden können, eine Handreichung aus 1,5Jahren Projektpraxis, kostenlos verfügbar.

1,5 Jahre lang haben wir bei bit social im Projekt „Kompetenzen im Wandel: Erfahrungen weitergeben, Zukunft gestalten" mit Menschen in der nachberuflichen Lebensphase daran gearbeitet, wie sie ihre Kompetenzen erkennen und strukturiert an andere weitergeben können. Aus Kompetenz-Trainings entstanden eigenständige Workshops, zu handwerklichen Themen, biografischer Arbeit, Klimafragen, digitalen Kompetenzen, Generationenaustausch. Ältere Menschen wurden dabei nicht als Zielgruppe von Bildungsangeboten adressiert, sondern als aktive Wissensvermittler:innen.
Mit dem Projektende haben wir uns eine Frage gestellt: Wie stellen wir sicher, dass das, was wir gelernt haben, nicht mit uns verschwindet?
Unsere Antwort ist die Institutionalisierungsstrategie, eine praxisnahe Handreichung für alle Organisationen, die das Konzept in ihrer eigenen Struktur aufgreifen möchten. Ab heute ist sie hier kostenlos verfügbar.
Für wen die Handreichung gedacht ist
Die Strategie richtet sich an alle Organisationen, die mit Menschen in der nachberuflichen Lebensphase arbeiten oder Bildungsangebote für sie entwickeln möchten. Darunter fallen:
Bildungsträger wie Volkshochschulen, Bildungshäuser, kirchliche Bildungswerke und ländliche Fortbildungsinstitute
Gemeinden und kommunale Einrichtungen, die im Rahmen altersgerechter Stadt- und Gemeindeentwicklung tätig sind
Vereine und Initiativen mit thematischem Fokus — von Umweltengagement über Stadtteilarbeit bis zu literarischer und kultureller Arbeit
Interessensvertretungen und soziale Träger, die einen niederschwelligen Zugang zur Zielgruppe haben
Die Handreichung ist so aufgebaut, dass sie sowohl von großen etablierten Bildungsorganisationen als auch von kleinen lokalen Initiativen genutzt werden kann. Einzelne Kapitel lassen sich selektiv einsetzen, je nach dem, wo Ihre Organisation gerade steht.
Was in der Strategie steht
Auf 53 Seiten finden Sie:
Drei Modelle institutioneller Einbettung mit Vor- und Nachteilen, systematisch verglichen
Finanzierungsoptionen auf Landes-, Bundes- und EU-Ebene, mit konkreten Förderlinien
Aktionsplan mit Zeitrahmen und Meilensteinen für die schrittweise Übernahme
Selbstprüfungs-Checkliste, mit der Sie in wenigen Minuten einschätzen können, ob das Konzept zu Ihrer Organisation passt
Praxisaspekte aus der Umsetzung: Teilnehmenden-Akquise, Genderdimension, Anerkennung des Engagements, Wirkungsmessung, Umgang mit KI-Werkzeugen
Rechtliche Rahmenbedingungen: Datenschutz, Versicherung, Urheberrecht, die Dinge, die in der Praxis erfahrungsgemäß am häufigsten übersehen werden
Erfolgsfaktoren und Stolpersteine aus zwei Jahren Praxis, ehrlich benannt
Was Institutionalisierung in unserem Verständnis bedeutet
Institutionalisierung heißt hier nicht: eine neue Institution gründen. Es heißt: Das Konzept findet in bereits vorhandenen Strukturen einen dauerhaften Platz. Eine Volkshochschule nimmt das Skill-Training in ihr Regelprogramm auf. Eine Gemeinde integriert es in ihre altersgerechte Stadtentwicklung. Ein Verein verankert es in seinem Bildungsauftrag.
Genau deshalb ist die Strategie so aufgebaut, dass sie flexibel bleibt: Sie beschreibt kein starres Umsetzungsschema, sondern zeigt Optionen und macht ihre jeweiligen Konsequenzen sichtbar.
Offene Lizenz, bewusst zur Weiterverwendung gedacht
Die Handreichung steht unter Creative-Commons-Lizenz (CC BY-SA 4.0). Das heißt: Sie darf frei genutzt, geteilt, bearbeitet und an eigene Kontexte angepasst werden, auch für andere Bundesländer, andere Regionen im deutschsprachigen Raum oder verwandte Zielgruppen. Einzige Bedingungen sind die Nennung der Quelle und die Weitergabe unter gleicher Lizenz.
Wir haben uns bewusst für diese offene Lizenzierung entschieden. Ein Konzept, das in einer Handvoll steirischer Regionen funktioniert hat, sollte auch anderswo ausprobiert werden können, angepasst, weitergedacht, verändert.
So geht es weiter
Wenn Sie überlegen, das Konzept in Ihrer Organisation umzusetzen, empfehlen wir:
Beginnen Sie mit Kapitel 9.5 der Selbstprüfungs-Checkliste. In wenigen Minuten sehen Sie, ob die Grundvoraussetzungen bei Ihnen gegeben sind.
Lesen Sie Kapitel 6 die drei Modelle institutioneller Einbettung. Meist erkennt man dort, welches Modell zur eigenen Struktur passt.
Prüfen Sie Kapitel 7 die Finanzierungsoptionen. Der Aufwand ist geringer als oft angenommen, und mehrere Förderlinien sind direkt anschlussfähig.
Für eine Erstberatung und den Zugang zu den didaktischen Materialien stehen wir zur Verfügung. Kommen Sie gerne auf uns zu.
Das Projekt „Kompetenzen im Wandel: Erfahrungen weitergeben, Zukunft gestalten" wurde gefördert vom Bundesministerium für Frauen, Wissenschaft und Forschung nach dem Erwachsenenbildungs-Förderungsgesetz.

