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Die Neuerfindung der Sozialen Arbeit – Hochkarätige Podiumsdiskussion am 19. März 2026 an der FH Joanneum

  • Jonas Meyer
  • 24. März
  • 2 Min. Lesezeit

Soziale Arbeit in der Steiermark.

Steigende Ungleichheiten, knappe Budgets und wachsender Innovationsdruck: Die Soziale Arbeit steht vor einem grundlegenden Wandel. Diesem drängenden Thema widmete sich gestern Abend eine hochkarätige Podiumsdiskussion an der FH Joanneum in Graz. Im aus allen Nähten platzenden Großen Hörsaal debattierten am Donnerstag 19. März 2026 führende Persönlichkeiten aus Politik, Wissenschaft und Sozialwirtschaft unter der Moderation von Daniela Müller, Salzburger Nachrichten.


Stimmung und Stimmen vom Podium.

Gleich zu Beginn legt Elke Kahr, Bürgermeisterin der Stadt Graz, dar:

"Die Absicherung der Sozialen Arbeit muss Auftrag der öffentlichen Hand sein."

Dazu belegt Daniela Grabovac, Leiterin der von den aktuellen Budgetkürzungen des Landes getroffene und nun durch finanzielle Initiativen der Stadt Graz und des Bundes vorerst abgesicherte Antidiskriminierungsstelle Steiermark, „…anhand von Studien, dass es teurer wäre, würde der Staat die Aufgaben im Sozialbereich selbst übernehmen. Um Kosten zu sparen, hat der Staat vor 30 Jahren im Sozialbereich vieles outgesourct. Das Gemeinwohl wurde und wird damit durch die Arbeit der Vereine und NGOs erhalten.“    


Nicole Traxler, Director Social and Digital Innovation der Erste Stiftung, streicht visionäres Denken und die Mitverantwortung von Wirtschaftsorganisationen hervor.

„Als ERSTE Stiftung verstehen wir uns als Lösungsinitiatorin für gesellschaftliche Probleme gemeinsam mit vielen Stakeholdern. Die soziale Arbeit muss sich nicht neu erfinden, aber sollte mit der Zeit gehen und sich weiterentwickeln, um nahe an ihren Zielgruppen und relevant zu bleiben.“ 

Die Erste Stiftung ist u.a. Betreiberin der „Zweiten Sparkasse“ (eine gemeinnützige Bank, die Menschen in finanziellen Notlagen hilft, wieder in ein geordnetes Geldleben zu finden) und Entwicklerin der Clara-App (eine kostenlose Plattform, die pflegende Angehörige durch professionelle, digitale Beratung entlastet.


Eine herausfordernde Doppelrolle nimmt die Caritas ein: sie ist „einerseits eine Hilfsorganisation, in der traditionell strukturierte soziale Arbeit einen großen Raum einnimmt, andererseits Betreiberin von wirtschaftlich ausgerichtetem Social Business“, wie Petra Prattes, Vizedirektorin und Leiterin des Bereichs Finanzen in der Caritas ausführt. Innovative Ansätze sind für sie auf beiden Ebenen relevant.

Für Rainer Loidl, Professor für Soziologie an der FH Joanneum, ist zusammenfassend klar:

Soziale Arbeit muss Professionalisierung und Innovation einschließen: zieht sie sich auf Fallverwaltung zurück, verliert sie Legitimation und sozialpolitische Kraft."  

 


Networking bleibt wichtiger Bestandteil von Sozialer Arbeit.

Beim von der Sozialorganisation ISOP ausgerichteten Interkulturellen Buffet konnten die mehr als 100 Besucher die lebhafte Debatte weiterführen.

Die Veranstalter, Marie-Therese Sagl, Institutsleiterin „Soziale Arbeit“ an der FH Joanneum, und Michael Kvas, Vereinsvorstand des gemeinnützigen Vereins bit social, präsentierten gemeinsam mit Masterstudierenden beim Gallery-Walk die in einer Lehrveranstaltung entwickelten innovativen Projektideen und zeigten dabei, dass der Personalnachwuchs in der Sozialwirtschaft durchaus vielversprechend ist.

 

Fazit.

Die Neuerfindung der Sozialen Arbeit mag noch in Kinderschuhen stecken, aber sie hat sich bereits auf die Strecke gemacht.

 

Folgeveranstaltungen Kontakt.

Maria Wonisch, MBA, Projektmanagerin bit social. Mail: maria.wonisch@bitsocial.at. Mobil: 0664/6199818.

 
 
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